Freitag, 17. Oktober 2008

Hola Cabrones!

Hallo ihr Arschlöcher!

Nanu! Was ist das denn für eine Begrüßung? Welche Laus ist dem denn über die Leber gelaufen, mögt ihr euch jetzt fragen!
Keine Angst, keine Angst..
Meiner Leber hat zwar allerhand zu tun gerade (ho,ho,ho, holter di polter, wie männlich!) aber keine Probleme mit passierenden Läusen.

Ich habe mich lediglich in meiner Eigenart als Chamäleon den hiesigen Gepflogenheiten angepasst und dazu zählt auch ein etwas rauerer Umgangston.
Es fiel mir sehr schwer zu adaptieren, denn wie ihr wisst sind mir schmutzige Wörter, kraftmeierische Ausdrücke und ausufernde, inadequate Fluch- und Wutausbrüche völlig wesensfremd.
Nicht so den „Gaditanos“ (Bürgern der Region Cadiz). Die schmeissen mit derlei Worten um sich wie mit ihrem Müll. (Ja! Klar, doch, es gibt hier viel Müll! Aber dafür auch für jedes gekaufte Produkt eine extra Plastiktüte! Zum Glück kommt die Müllabfuhr jeden Tag, genauer gesagt Nachts um 3 und macht die Stadt lautstark „sauber“..... )

„Que pasa, picha!“ Was geht, Schwanz? Hier ganz normal( durchaus denkbarer Mutter-Kind Dialog) im Rest von Spanien als leicht asozial verspottet.
Die Gaditanos sind so was wie die lebenslustigen Proleten Spaniens was auch an dem hiesigen Dialekt liegt, welcher z.B weitgehend auf s-Laute verzichtet.
Espanyol klingt hier etwa so: epano
Cadiz hört sich so an: Cai

Alles in Allem also nicht ganz einfach hier was zu verstehen, wie man sagt selbst für „eingefleischte“ Spanienbenwohner, also Spanier, teilweise unmöglich.

In diesem Zusammenhang entsinne ich mich eines etwa halbstündigen„ Gespräches“ im Rahmen der Wohnungssuche mit einem 80 bis 100jährigen Ortsansässigen.
Dazu ist dann auch schon alles gesagt...

Auch im Dialog mit meinem jetzigen Vermieter (Ohring, Tarnhose) bin ich verstärkt auf die blitzschnelle Interpretation seines Mienenspiels angewiesen.
Bei den bisher mit ihm ausgemachten Treffen kam es dennoch unerklärlicherweise jedes Mal zu Unstimmigkeiten („Ach um 12, ich dachte um 2..“)

Aber ach, echt schon nette Leute hier... das Bier schmeckt nach Wasser, was für Kompatibiltät mit den frühen Morgentunden sorgt, die Bars sind laut ( auch wenn nur 3 Mann drin sind, herrscht Stadionatmosphäre, da gerne und gekonnt gebrüllt wird), trotzdem sind alle irgendwie entspannt, die Plätze sind bis um 22,23 Uhr voll mit ninos die Fusi zocken oder mit dem Bike Bremsspuren machen ohne dass irgendne Omma, sag ich jetz mal, gleich anfängt rumzukeifen.
Irgendwie scheint die Stadt mit sich im Reinen zu sein, auch wenn die Straßen vollgekackt sind.
Hatte gedacht hier ginge es ein wenig rougher zu- afrikanische, arabische Einflüsse, Hafenstadt usw.;
Auch wenn mir (m)ein Fahrrad geklaut wurde bevor ich einmal damit gefahren bin- muss ich sagen: echt relaxt, kein Stress hier, normale Anzahl an Asis und die paar Kriminellen die an den Plätzen ihr sogenanntes Hasch verkaufen- ach die störn mich auch nicht, tun ja keinem was....
In diesm Sinne, gehabt euch wohl, gruß aus Cai, Linus

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hola Gaditano,

hört sich an, als ob ich mich dort wohlfühlen könnte, alte cabrone. Den Satz mit dem geklauten Fahrrad hättest du Vollpfosten wahrscheinlich genauso formulieren können, wenn es dir zum Ende deines viel zu langen Aufenthaltes in Cai geklaut worden wäre, du Sackbirne.

Grüße aus mfuckin' Germany,
Michael

Anonym hat gesagt…

Dein sehr gemochter Capitano dreht grad durch! Komm zurück und hilf'...

Anonym hat gesagt…

Mit einem Dialekt, der im Rest der Republik als "leicht" asozial verschrien ist solltest du als geborener Trierer ja kein problem haben! In diesem Sinne, Halkten Sie die Ohren Steif, Hejel!

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