Butter bei die Fische sagt der Volksmund und ich will hier nicht anfangen von Grammatik und Olivenöl zu reden.
Auch nicht von Fischen und Volksmündern.
Diese der Butterung harrenden Geschöpfe sprangen nur gerade in einem letzten Akt der Verzweiflung durch das Blickfeld meines inneren Auges und ich fand ihnen gebührt der Erwähnung.
Ich habe mir einen etwas schwülstigen Ton angewöhnt.
Vielleicht liegt das daran, dass ich es genieße mich schwülstig, brünftig, zünftig und nicht nur dürftig ausdrücken zu können.
Es ist doch sehr schön eine sprachliche Heimat gefunden zu haben ohne gesucht haben zu müssen. (Genialer Satz!)
Meine sprachliche Heimat ist Deutsch, also jene vokallose Stakkatosprache, die Liebesbekenntnisse wie Erschießungsbefehle klingen lässt.
Eine Sprache die unser germanisches Wesen angemessen repräsentiert:
Intelligent, organisiert, unterkühlt und erbarmungslos.
Keine Melodie, nur ein Rhythmus, wie die bedrohlichen Trommelschläge der in den Krieg ziehenden Hunnen.
Immerhin ist unser Bier gut und die Autobahn ohne Tempolimit.
Tempolimit: Ein solches Tempolimit liegt hier ebenfalls nicht vor im Sektor Wortsalven.
Also mit anderen Worten, die Ostiberer reden recht schnell, aber ich kann ganz gut folgen, versteh eigentlich immer alles, auch im Krankenhaus, so ein paar Worte hie und da natürlich ma nich, aber insgesamt recht respektabel, finde ich.
Warum ich das jetzt erwähne, nachdem ich, wie ihr als treue Begleiter ja wisst, schon eine spanische (Dolce)Vita habe?
Naja, mir ist eben noch mal aufgefallen, dass mit richtigen Spaniern zu reden, zumal in einem seriösen Kontext, wie ihn das Krankenhaus zu bieten geneigt ist, doch noch mal was anderes ist als mit anderen Erasmusstudenten, die, ausgestattet mit dem ungefähr gleichen Wortschatz, dann schon irgendwie verstehen was du meinst, wenn du nur eindringlich genug guckst und pantomimisches Talent mitbringt.
Da hat mir hier zuweilen schon mal mein kleiner Kopf geraucht, wenn hier die RRR´s links vorbeigerollt sind und die S’s und Z’s rechts überholt haben, während meine Motor nicht so richtig anspringen wollte. ( Immer diese Deutschen mit den Auto - Metaphern..)
Auch die Aufnahmen der Patienten, also die neurologischen Untersuchungen, die recht präziser Aufforderungen bedürfen und die anamnestischen Gespräche zur Krankengeschichte gehören auf den Stapel „Demnächst noch mal so ähnlich,in besser“.
Aber ich will nicht zu selbstkritisch sein. Das habe ich alles schon relativ GEIL gemacht!
Das Problem sind nur die Spanier, die heuer nicht mehr so Christopher Kolumbianisch- Weltenbummlerisch geprägt sind, im Gegenteil eigentlich kaum „rumkommen“, keine Fremdsprachen sprechen und deshalb vollkommen empathiefrei sind, und jemanden, der irgendwie nicht so spanisch redet wie ALLE andern vom Dorf für komplett behindert halten.
Naja, das aber eigentlich nur so nebenbei, ansonsten habe ich mir jetzt schon etwas eingelebt, habe zwei nette Mitbewohner und bald noch eine Dritte, von der ich nicht weiß ob sie nett oder sonst wie ist.
Meine mir schon vertrautere Mitbewohnerin ist die gute Maite, ne wirklich sehr lustige Spanierin, die mir grad wieder irgendeinen unterhaltsamen Quatsch erzählt hat und sich dabei selbst ausufernd amüsiert hat.(„ Me meo, tio!“)
Der andere Bursche ist (wieder) ein Franzose, monsieur Remi, dem ich bereits den schönen Spitznamen Remmidemmi verpasst habe, weil er, wochentags seriös zurückhaltend, fleißig arbeitend, mit französischem Understatement (?) ausgestattet, pünktlich zum Freitag ordentlich aufdreht, mit beeindruckender Kondition die Discotheken rockt und mich an den bisherigen Wochenenden auch immer mit einfachen aber bestechenden Argumenten, meinem zauderhaften Naturell zum Trotz überreden konnte ihm gleichzutun.
Seine Freunde (allerdings hauptsächlich „amigas“) sind dann somit auch meine einzigen Sozialkontakte abseits der WG.
Wie auch immer, boys and girls, was erzähl ich da so lange, ich komm ja schon bald, in den Teutoburger Wald und werde da ganz sicher einige von euch sehen und etwas aus dem Nähkästchen plaudern.
Ansonsten wünsche ich ein schönes Weihnachtszeremoniell mit allem dazugehörigen Nippes.
Schöne Grüße, Linus
P.s. coucou ist übrigens französisch für Hallo, irre was?
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