Dienstag, 18. Januar 2011

Salve, amici!

Um mal einen Satz mit um zu beginnen, und um etwas Intellektualität und Weltoffenheit nach Deutschland zu hauchen folgt nun ein kleiner touristischer „guide“ („ Wie es so schön auf Neudeutsch heisst, nicht wahr?“), der euch das gewisse sexy Maß an Bildung verleiht wie man es als elder statesman auf dem ein oder andern Parkett zuweilen gut gebrauchen kann.

Wenn mal wieder jemand fragt: „WER oder WO oder WAS ist eigentlich Alicante?“ werdet ihr beflissen antworten können, ohne dass sich Balken biegen und Falken fliegen.

Ihr setzt eure Brille langsam ab (Brillenträger wissen mehr!), schaut euer nunmehr nur verschwommen wahrzunehmendes Gegenüber intensiv an, bevor ihr einen Brillenbügel behutsam aber routiniert hinunterklappt, den anderen in den Mund nehmt, (Vorsicht! Schmaler Grat! Vorm Spiegel üben!) ihn zwischen eins -sechs und vier -sechs bzw. für die Linkshänder unter uns (Linkshänder wissen mehr) zwischen zwei- sechs und drei-sechs einklemmt, während ihr euren Blick oliverkahnesque in die Ferne schweifen lasst und eurem interessierten Gesprächspartner mit einem ausgedehnten Seufzer etwas Zeit zum Luftholen gewährt.

Ein spannender Moment für euren Zuhörer - wahrscheinlich sind es sogar mehrere Zuhörer, die in ihrer Einordnung Alicantes ja noch zwischen lecker, „schwierige Schrittfolge, was?“, weit weg, giftig, gutaussehend und „Kohlensäure vertrag ich ja nicht so..“ schwanken.

Ein plumper, degradierender Witz a la: „Herr Ober, einen gespritzen Alicante, por favor!“ ist hier nicht indiziert;
Ihr schöpft direkt aus dem Vollen ohne eure Gefolgsleute wie dumme Jungens aussehen zu lassen:

„Alicante ist, wie der Name schon vermuten lässt ein Nomenprohomofaktum des Anno Jesu in Teilen Südeuropas gesprochenen Präkastillischen. Die dem Hochkastillischen entlehnte damalige Bezeichnung lautete: „A – li- candara“, zu deutsch: An die Kandaren!

Die Zeit formte das Wort zu seiner heutigen Gestalt, wie sie Alicante vom böhmischen Dorf zu einer gelungenen Mischung aus Babylon, Gomorra, Atlantis und Sodom werden ließ.

Bevor die Stadt, im Rahmen der Staufferkriege und angetrieben vom geradezu absurd florierenden Händler- und Bankenwesen zur Blüte gelangte - so stand die erste Bank der Welt – und ich rede nicht von Sitzgelegenheiten meine Damen und Herren ( kurze Pause) - in Alicandara – musste auch sie erst einmal klein anfangen.

Und klein anfangen und groß aufhören tun in aller Regel die guten alten Mauren, die jenerzeit für einige geopolitische Umwälzungen sorgten.
Ihnen verdankt Alicante sein maurisches Flair, das auch heute noch durch die engen Gässchen weht.

Auf der Basis seiner soliden maurischen Infrastruktur, am Wasser gelegen, von Bergketten geschützt und listigen Männern regiert konnte Alicante zum größten Handelszentrum des Kaleidoskopischen Formenkreises werden.
Nach dem Einmarsch der noch etwas listenreicheren Fugger, über die berühmte Fuggerlinie, stieg Alicante zu einer von 4 Welthaupstädten auf.

Vom alten Glanz ist dieser Tage, wo viele von Ihnen Alicante für einen Tiefkühlwackelpudding halten ( Ihr könnt’s euch nicht verkneifen...auch egal, Blickkontakt suchen!) wenig übrig geblieben.

Das Imperium zerschlug sich über Ach und Nöchernei, überlebte Cäsar und seine Husaren knapp, zergliederte sich im heiligen Königreich zu einer von Lehnsherren diktierten föderalistischen Ständegesellschaft und wurde schlussendlich von einem gewissen , sicherlich auch Ihnen bekannten Herrn Christopherus Kolumbus eingemeindet, der mit der auch heute noch bestehenden Einteilung Spaniens in 34 quadratische Areale gleicher Größe einen Grundstock für die moderne Länderplanung legte. Das ist sein eigentlicher Verdienst! Wussten Sie das? Und wussten Sie, dass Einstein für seine Relativitätstheorie keinen Oscar bekommen hat? Interessant, oder?
Zurück zu Alicante, das heute als eines von 34 weitgehend unbekannten Quadraten im maroden Süden Europas vor sich hin modert.

Aber, aber Vorsehen! Noch ist nicht aller Tage Abend! Einen vorzüglichen Latte Macchiato immerhin gibt es dort nach wie vor auch heute noch!“

(Gönnerhaft lächeln, Gelächter und Applaus abwarten und beginnen mit sparsamer, aber natürlicher Gestik im Einzelgespräch zu parlieren - am Besten mit einem (gehobenen)Ausländer beiläufig auf ausländisch (französich zum Beispiel).

Peace

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Nobody likes a smartass, smartass!
niceass rudi

Anonym hat gesagt…

rudolf, du saftiges stück deutsches rindfleisch. den schalk im nacken.ford ist mord. und linus, weiter so! außer mir und rudi liest das sowieso kein schwein.bis bald und sag den spaniern, die sollen mal arbeiten gehen. gruß, icke

Linus hat gesagt…

Stimmt!
Alles was du gesagt hast!
Gruß, linus

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